Steuerfreie Mitarbeitermotivation – was Sie dabei berücksichtigen sollten

Veröffentlicht am Sonntag, 2. November 2014

In Zeiten des steigenden Fachkräftemangels bekommt der Aspekt der Mitarbeitergewinnung und -bindung einen immer höheren Stellenwert für Unternehmen. Ein wesentlicher Aspekt der Zufriedenheit der Mitarbeiter ist natürlich die Entlohnung.

Der Weg zu fairer Entlohnung über Gehaltserhöhungen und Prämien erfreut jeden Mitarbeiter, oft folgt jedoch bei dem Blick auf die Gehaltsabrechnung eine Enttäuschung über das deutlich geringer gestiegene Netto, begründet durch den Abzug von Steuern und Sozialabgaben.

Obwohl Arbeitslohn grundsätzlich lohnsteuerpflichtig ist, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Arbeitnehmern steuer- und sozialabgabefrei Zuwendungen zukommen zu lassen. Mit Hilfe der steuerfreien Zuwendungen kann auch eine deutliche Erhöhung der 450-Euro-Grenze für Geringverdiener erreicht werden. Eine Geldzuwendung in Höhe von 500 EUR netto an einen verheirateten Mitarbeiter (konfessionslos) der Steuerklasse III mit einem Monatsbrutto von 3.000 EUR belastet den Arbeitgeber mit 914 EUR. Wird z. B. eine Prämie in Form einer Sachleistung (z.B. ein Tablet im Wert von 500 EUR) erbracht, erfolgt eine Pauschalbesteuerung mit 25 % zuzüglich Soli. Sozialabgaben werden nicht fällig. Die Belastung für den Arbeitgeber beträgt in diesem Fall nur 632 EUR.

Eine weitere Alternative sind Sachzuwendungen, die bis zu einer Höhe von 44 EUR pro Mitarbeiter und Monat steuer-
und sozialabgabenfrei genutzt werden können. Auch mit diesem Instrument sind pro Jahr damit insgesamt Zuwendungen in Höhe von rund 500 EUR möglich. Die Steuerfreiheit gilt allerdings nur, wenn die Leistungen zusätzlich zum vereinbarten Arbeitslohn gezahlt werden.

Nachfolgend sind einige Beispiele aufgeführt, wie steuerfreie Zuschüsse ausgestaltet sein können.

Sachzuwendungen
Aus Anlass eines besonderen persönlichen Ereignisses können Geschenke an Mitarbeiter bis zu einem Wert von 40 EUR gemacht werden, z.B. ein Buch oder ein Blumenstrauß zum Jubiläum oder zur Geburt eines Kindes. Aber Achtung: Geldgeschenke sind nicht steuerfrei.

Warengutscheine
Sofern Gutscheine für eine speziell festgelegte Ware ausgestellt werden und in einem bestimmten Kaufhaus/Geschäft eingelöst werden können, sind sie steuerfrei. Bis zu einem Wert von 44 EUR pro Monat dürfen solche Gutscheine vom Arbeitnehmer steuer- und sozialabgabenfrei vereinnahmt werden. Zu beachten ist, dass der Gutschein über eine bestimmte Ware und Menge ausgestellt wird, nicht jedoch über einen konkreten Betrag.

Tankgutscheine
Benzingutscheine sind analog zu den Warengutscheinen zu behandeln, sofern deren Wert die Grenze von 44 EUR nicht übersteigt. Auch hier muss der Gutschein über eine bezogene Menge Kraftstoff und nicht einen bestimmten Betrag gelten.

Kindergartenzuschuss
Der Arbeitgeber kann Betreuungskosten für noch nicht schulpflichtige Kinder, die in einer Einrichtung betreut werden, übernehmen. Damit diese Leistungen steuerfrei sind, müssen die Belege im Original zum Lohnkonto aufbewahrt werden. Auch dieser Zuschuss muss zusätzlich zum Lohn gezahlt werden.

Gesundheitsförderung
Bis zu 500 EUR können dem Arbeitnehmer pro Jahr für individuelle gesundheitsfördernde Maßnahmen steuerfrei gewährt werden. Möglich sind z.B. eine Ernährungsberatung, ein Gymnastikkurs oder aber ein Kurs für eine Raucherentwöhnung. Für reine Vereins- oder Sportstudio-Mitgliedschaftengilt der Steuervorteil nicht.

Der weit über die oben genannten Beispiele hinausgehende Katalog der Möglichkeiten, Mitarbeiter durch steuerfreie Zuwendungen zu motivieren ist sehr umfangreich.

Wir haben für Sie eine ausführliche, schriftliche Dokumentation „Mitarbeitermotivation durch steuerfreie Zuwendungen“ zusammengestellt. Bitte sprechen Sie uns an.

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