Erstanwendung der Neuregelung der Nachhaltigkeitsberichterstattung

Veröffentlicht am Sonntag, 15. August 2021

Zum 01. Januar 2023 sollen für alle großen Kapitalgesellschaften und Gleichgestellte (prüfungspflichtige) Nachhaltigkeitsberichterstattungen erfolgen

Das heranreifende, nachhaltige Bewusstsein führt zu einem ambitionierten Vorschlag seitens der Europäischen Kommission in Form des am 21. April 2021 veröffentlichten Kommissionsentwurfes, der bis zum 01. Januar 2022 in deutsches Recht transformiert werden muss. Daraus ergibt sich ein Anstieg des Bedarfes für nicht-finanzielle Kennzahlen in der Berichterstattung, insbesondere in Hinblick auf Nachhaltigkeitsaspekte. Demnach soll der Umfang der Berichterstattung ausgeweitet werden.

Ziel ist es, mit diesem Kommissionsentwurf die Beiträge der einzelnen Unternehmen zu dem Gesamtziel transparenter zu gestalten. Die Regelung soll ab dem 01. Januar 2023 zur Nachhaltigkeitsberichtserstattung angewendet werden. Infolgedessen trägt die Europäische Kommission dazu bei, die Entwicklung eines nachhaltigen und integrativen Finanz- und Wirtschaftssystems voranzutreiben. Damit würden die Ziele mit denen des europäischen Green Deals sowie mit den UN-Zielen im Einklang stehen.

Die Weiterentwicklung führt zukünftig zu erhöhten Berichtspflichten, wodurch künftig 15.000 Unternehmen statt zuvor lediglich 500 betroffen sind. Die Geschäftsführer sowie die Aufsichtsräte sind damit dazu angehalten, sich präventiv mit möglichen Auswirkungen zu beschäftigen. Denn eins ist gewiss, künftig werden Nachhaltigkeitsberichterstattungen, die lediglich auf einige Seiten aufgeführt werden, nicht der gesetzlichen Norm entsprechen.

Die Änderungen umfassen unter anderem:

  • Deutliche Hervorhebung der Berichtserstattung bezüglich Geschäftsstrategie und deren Verbindung mit Nachhaltigkeitszielen/ – risiken sowie die Rolle des Vorstandes/Aufsichtsrates/Geschäftsführung
  • Hinzufügen von nicht-physischen Ressourcen in den Lagebericht, die zur Wertschöpfung beitragen
  • Neue, verbindliche Standards für Nachhaltigkeits-Reporting
  • Offenlegung nach dem Prinzip der doppelten Materialität

Ergänzend zum Vorschlag der Nachhaltigkeitsberichterstattungen ist eine weitere Prüfungspflicht für Nachhaltigkeitsberichte vorgesehen. Abschlussprüfer sind demzufolge dazu angehalten, neben der klassischen Prüfung eine ergänzende externe Prüfung der Nachhaltigkeitsberichterstattung vorzunehmen. Damit ist ein weiterer Meilenstein für eine umfangreichere Berichtserstattung gelegt worden. Gerne stehen wir Ihnen zu diesem Thema beratend zur Seite.

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